Neue Millionenstrafe für Coinbase – was Kunden jetzt wissen müssen

Was die neue Strafe der irischen Zentralbank für Kunden der Kryptobörse bedeutet

Die irische Zentralbank hat gegen Coinbase Ireland eine Geldbuße von rund 3,25 Millionen Euro verhängt. Es geht um den Schutz von Kundengeldern und die Kontrolle ausgelagerter Geschäftsprozesse. Bereits 2025 musste eine andere Coinbase-Tochter 21,5 Millionen Euro zahlen. Rogert & Ulbrich erklärt, was das für Ihr Guthaben bedeutet und welche Rechte Sie als Kunde haben.

Was die irische Zentralbank beanstandet hat

Die Central Bank of Ireland hat am 22. Oktober 2026 eine Geldbuße von 3,25 Millionen Euro gegen Coinbase Ireland bekannt gegeben. Die Strafe beruht auf einer Einigung zwischen Behörde und Unternehmen.

Nach Darstellung der Aufsicht hat Coinbase Ireland die Vorgaben zur sicheren Verwahrung von Kundengeldern nicht ausreichend eingehalten. Hintergrund waren Vorgänge im Jahr 2023: Während der Bankenkrise in den USA wurden Kunden angewiesen, Geld auf alternative Bankkonten von Coinbase einzuzahlen. Das gesonderte Sicherungskonto für Kundengelder war dabei über längere Zeiträume nicht vollständig gedeckt. Außerdem seien Kundengelder mit Mitteln anderer Coinbase-Gesellschaften vermischt worden.

Ein zweiter Vorwurf betrifft die Auslagerung. Die Zentralbank bemängelte, dass Coinbase Ireland keinen angemessenen Kontrollrahmen für ausgelagerte Dienstleistungen hatte und zu stark von der US-Muttergesellschaft abhängig war. Auch die Kontrollen der eigenen Systeme seien unzureichend getestet worden.

Coinbase erklärte, die Probleme selbst erkannt und gemeldet zu haben. Kein Kunde habe einen finanziellen Verlust erlitten oder sei am Zugriff auf seine Gelder gehindert worden.

Sie haben Guthaben bei einer Kryptobörse und wissen nicht, wie gut es geschützt ist? Lassen Sie Ihre Situation einordnen.

Kein Einzelfall: die Strafe aus dem Jahr 2025

Für Coinbase ist es nicht die erste Sanktion in Irland. Im November 2025 verhängte die Zentralbank gegen Coinbase Europe eine Geldbuße von rund 21,5 Millionen Euro. Damals ging es um Mängel bei der Überwachung von Kryptotransaktionen zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.

Nach Angaben der Aufsicht wurden zwischen 2021 und 2025 wegen technischer Fehler mehr als 30 Millionen Transaktionen mit einem Volumen von über 176 Milliarden Euro nicht ordnungsgemäß überwacht. Das entsprach etwa 31 Prozent aller Transaktionen in diesem Zeitraum. Bei der nachträglichen Prüfung meldete Coinbase 2.708 verdächtige Vorgänge an die Behörden.

Zusammen ergeben beide Strafen rund 24,7 Millionen Euro. Für ein international tätiges Unternehmen ist das finanziell überschaubar. Die wiederholten Beanstandungen zeigen aber, dass die europäischen Aufseher die internen Kontrollen von Kryptodienstleistern genau prüfen.

Wiederholte Verstöße sind ein Warnsignal. Prüfen Sie, wo Ihre Vermögenswerte liegen und wie Sie im Ernstfall an sie herankommen.

Was der Schutz von Kundengeldern für Ihr Guthaben bedeutet

Die Strafe betrifft eine Frage, die viele Nutzer von Kryptobörsen unterschätzen: Was passiert mit meinem Geld, wenn beim Anbieter etwas schiefgeht?

Zahlungsdienstleister und E-Geld-Institute müssen Kundengelder getrennt von ihrem eigenen Vermögen halten. Diese Pflicht nennt man Safeguarding. In Deutschland ist sie in § 17 des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes geregelt. Sie soll sicherstellen, dass Kundengelder auch dann geschützt sind, wenn der Anbieter in Schwierigkeiten gerät.

Für Kryptowerte gilt in der Europäischen Union seit Ende 2024 die MiCA-Verordnung. Sie verpflichtet Kryptodienstleister unter anderem, die Kryptowerte ihrer Kunden getrennt von den eigenen zu verwahren. Damit unterscheidet sich die Rechtslage deutlich von den Jahren vor MiCA, als Kunden bei Plattformpleiten oft leer ausgingen.

Wichtig für Sie ist die Unterscheidung zwischen zwei Arten von Guthaben:

  • Euro-Guthaben: Geld, das Sie auf Ihr Börsenkonto eingezahlt haben, aber noch nicht in Kryptowerte getauscht haben. Hier greifen die Regeln zum Schutz von Kundengeldern.
  • Kryptowerte: Bitcoin, Ether und andere Coins, die die Börse für Sie verwahrt. Hier greifen die Verwahrpflichten nach MiCA.
  • Eigene Wallet: Kryptowerte, die Sie in einer eigenen Wallet halten, sind vom Zustand der Börse unabhängig. Dafür tragen Sie selbst die Verantwortung für die Zugangsdaten.

Eine Garantie wie die gesetzliche Einlagensicherung bei Banken gibt es für Guthaben bei Kryptobörsen nicht. Umso wichtiger ist es, dass die Trennung der Gelder tatsächlich funktioniert. Genau hier hat die irische Aufsicht Schwächen festgestellt.

Sie sind unsicher, wie Ihr Guthaben im Ernstfall geschützt ist? Lassen Sie sich beraten, bevor ein Problem entsteht.

Wann Kunden einer Kryptobörse Ansprüche haben

Die Geldbuße fließt an die Aufsicht, nicht an die Kunden. Wer selbst einen Schaden erlitten hat, muss seine Ansprüche eigenständig geltend machen. In der Praxis begegnen uns vor allem diese Konstellationen:

  • Gesperrte Konten: Die Börse friert ein Konto ein, oft unter Verweis auf Prüfungen zur Geldwäsche, und gibt über Wochen keine klare Auskunft.
  • Verweigerte Auszahlungen: Auszahlungen werden verzögert oder abgelehnt, ohne dass ein nachvollziehbarer Grund genannt wird.
  • Nicht autorisierte Transaktionen: Unbekannte verschaffen sich Zugriff auf das Konto und transferieren Kryptowerte auf fremde Wallets.
  • Fehler der Plattform: Technische Störungen führen zu falsch ausgeführten Orders oder zu Verlusten, weil Funktionen nicht zur Verfügung standen.

Ob und gegen wen ein Anspruch besteht, hängt vom Einzelfall ab. Grundlage ist zunächst der Vertrag mit der Börse. Verletzt der Anbieter seine vertraglichen Pflichten, etwa zur Sicherheit des Kontos oder zur Ausführung von Aufträgen, kommen Schadensersatzansprüche in Betracht. Bei gesperrten Konten und verweigerten Auszahlungen durch Kryptobörsen ist oft zunächst Auskunft über die Gründe zu verlangen und eine Frist zu setzen.

Coinbase hat im Mai 2025 selbst einen Vorfall öffentlich gemacht, bei dem Kriminelle Mitarbeiter eines Dienstleisters bestochen und Kundendaten erbeutet hatten. Mit diesen Daten gaben sich Betrüger später als Coinbase aus. Das Unternehmen kündigte damals an, Kunden zu entschädigen, die auf solche Betrugsversuche hereingefallen waren.

Ihr Konto ist gesperrt oder Ihre Auszahlung hängt fest? Dokumentieren Sie jede Kommunikation und lassen Sie Ihre Ansprüche prüfen.

Vorsicht vor Betrügern, die sich als Coinbase ausgeben

Meldungen über Strafen und Sicherheitsprobleme nutzen Kriminelle gezielt aus. Sie geben sich als Kundenservice der Börse aus und behaupten, das Konto sei gefährdet. Ziel ist es, Zugangsdaten zu erhalten oder Kunden dazu zu bringen, ihre Kryptowerte auf eine angeblich sichere Wallet zu übertragen.

Typische Warnzeichen sind:

  • Unerwartete Anrufe: Seriöse Kryptobörsen rufen Kunden in der Regel nicht unaufgefordert an, um Sicherheitsprobleme zu lösen.
  • Druck und Eile: Sie sollen sofort handeln, weil Ihr Guthaben angeblich in Gefahr ist.
  • Übertragung auf eine neue Wallet: Niemand, der wirklich für die Börse arbeitet, verlangt, dass Sie Ihre Coins auf eine fremde Adresse überweisen.
  • Fragen nach Codes: Seed-Phrase, Passwort und Codes aus der Zwei-Faktor-Authentifizierung gehören niemals in fremde Hände.

Wer bereits Kryptowerte an Betrüger übertragen hat, sollte schnell handeln. Transaktionen lassen sich mit einer Blockchain-Analyse oft nachverfolgen, etwa bis zu einer Börse, bei der die Täter ein Konto unterhalten. Dort lassen sich unter Umständen Gelder sichern.

Sie wurden von angeblichen Mitarbeitern einer Kryptobörse kontaktiert und haben Geld verloren? Jede Stunde zählt. Lassen Sie sich sofort beraten.

Was Coinbase-Kunden jetzt tun sollten

Die aktuelle Strafe bedeutet nicht, dass Ihr Guthaben bei Coinbase akut gefährdet ist. Sie ist aber ein guter Anlass, die eigene Situation zu überprüfen:

  • Überblick verschaffen: Halten Sie fest, welche Euro-Guthaben und welche Kryptowerte Sie bei welcher Börse halten.
  • Zugang absichern: Nutzen Sie eine starke Zwei-Faktor-Authentifizierung und ein Passwort, das Sie nirgendwo sonst verwenden.
  • Unterlagen sichern: Laden Sie regelmäßig Kontoauszüge und Transaktionshistorien herunter. Im Streitfall sind sie wichtige Belege.
  • Risiko verteilen: Größere Bestände müssen nicht dauerhaft auf einer einzigen Plattform liegen.
  • Auffälligkeiten melden: Melden Sie unbekannte Transaktionen sofort der Börse und lassen Sie das Konto sperren.

Haben Sie bereits einen Schaden erlitten, sichern Sie alle Nachweise: Screenshots, E-Mails, Chatverläufe und Transaktions-IDs. Erstatten Sie bei Betrug Anzeige bei der Polizei.

Sie haben bei einer Kryptobörse Geld verloren? Warten Sie nicht ab, sondern lassen Sie prüfen, welche Schritte jetzt möglich sind.

Rogert & Ulbrich – Ihre Anwälte bei Problemen mit Kryptobörsen

Rogert & Ulbrich vertritt Anleger und Verbraucher im Bank- und Kapitalmarktrecht und bei Kryptobetrug. Die Partner Dr. Marco Rogert und Tobias Ulbrich verfügen über umfangreiche Erfahrung mit Streitigkeiten gegen Plattformen, Zahlungsdienstleister und Banken, auch bei Problemen mit Coinbase.

Wir prüfen, ob Ihnen Ansprüche gegen eine Börse oder andere Beteiligte zustehen, verlangen Auskunft über gesperrte Guthaben und setzen Ihre Rechte außergerichtlich und vor Gericht durch. Bei Betrugsfällen arbeiten wir mit Spezialisten für die Nachverfolgung von Transaktionen zusammen.

Ihr Guthaben ist blockiert oder Sie wurden Opfer eines Betrugs? Nehmen Sie Kontakt auf und sichern Sie Ihre Ansprüche.

FAQs – Häufig gestellte Fragen zur Strafe gegen Coinbase