Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hat am 13. Januar 2026 eine Warnmeldung zu Five Pillars DeFi und der Website fivepillarstoken.com veröffentlicht. Nach den derzeit vorliegenden Erkenntnissen bestehen konkrete Anhaltspunkte dafür, dass die bislang unbekannten Betreiber Kryptowerte bezogene Dienstleistungen gegenüber Nutzerinnen und Nutzern in Deutschland erbringen, ohne über die hierfür erforderliche Erlaubnis zu verfügen.
Auf der Internetpräsenz werden unter anderem Leistungen wie Crypto Debit Cards sowie Modelle rund um Staking unter Verwendung eines sogenannten Five Pillars Token beworben. Die BaFin weist darauf hin, dass für das Erbringen entsprechender Kryptowerte Dienstleistungen eine Zulassung erforderlich sein kann und eine Aufsicht durch die BaFin nach aktuellem Stand nicht ersichtlich ist.
Auftreten als DeFi Projekt und weshalb die Selbstdarstellung rechtlich nicht genügt
Angebote, die sich als DeFi Ökosystem präsentieren, vermitteln häufig den Eindruck technischer Dezentralität und damit einer besonderen Unabhängigkeit. Für Nutzer kann das attraktiv wirken, weil Funktionen wie Kartenlösungen für Zahlungen oder Staking Modelle eine unmittelbare Anwendbarkeit und laufende Erträge suggerieren. Aus rechtlicher Perspektive ist die Selbstbezeichnung als dezentral jedoch kein Freibrief. Entscheidend ist, welche Dienstleistungen tatsächlich erbracht werden, wie die Abläufe organisiert sind und ob das Angebot faktisch auf den deutschen Markt ausgerichtet ist.
Gerade Kombinationen aus tokenbasierten Renditemodellen und angeblichen Zahlungsfunktionen sind regulatorisch sensibel, weil sie je nach Ausgestaltung als Kryptowerte Dienstleistungen einzuordnen sein können. Wenn ein Anbieter hierfür keine Erlaubnis hat, fehlt regelmäßig nicht nur die aufsichtsrechtliche Grundlage, sondern auch ein wesentlicher Teil des Verbraucherschutzes.
Was eine BaFin Warnung bedeutet und welche Rechtsgrundlage dahintersteht
Die BaFin kann die Öffentlichkeit warnen, wenn hinreichende Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass erlaubnispflichtige Tätigkeiten ohne die erforderliche Zulassung betrieben werden. Im Fall Five Pillars DeFi erfolgt die Warnung nach den Angaben der BaFin im Kontext des Kryptomärkteaufsichtsgesetzes.
Wichtig ist die Abgrenzung. Eine Warnmeldung ist keine strafrechtliche Verurteilung. Sie ist aber ein deutliches Signal, dass die Aufsicht ein erhebliches Risiko sieht und die rechtliche Zulässigkeit des Angebots bezweifelt. Für Nutzerinnen und Nutzer ist das ein relevanter Prüfhinweis, insbesondere bevor weitere Zahlungen erfolgen oder Kryptowerte transferiert werden.
Risiken für Nutzerinnen und Nutzer bei nicht regulierten Krypto Angeboten
Wenn ein Anbieter ohne die erforderliche Erlaubnis agiert, greifen typische Schutzmechanismen des regulierten Marktes häufig nicht. Es besteht regelmäßig keine laufende behördliche Kontrolle. Auch die Durchsetzung von Ansprüchen kann deutlich erschwert sein, weil Verantwortliche, Unternehmensstrukturen und Sitzstaaten oft unklar bleiben. Genau diese Intransparenz ist bei vielen problematischen Krypto Konstellationen ein wiederkehrendes Muster.
Hinzu kommt ein praktisches Risiko, das in der Realität häufig entscheidend ist. Nutzer übertragen Kryptowerte oder Geld an Strukturen, die sie nicht kontrollieren. Ob es sich um tokenbasierte Bindungen im Staking, um interne Konten in einem Dashboard oder um angebliche Kartenfunktionen handelt, der Zugriff auf die eigenen Werte hängt am Ende davon ab, ob der Anbieter technisch erreichbar bleibt und Auszahlungen tatsächlich ermöglicht. Treten Auszahlungsprobleme auf, werden Betroffene nicht selten mit wechselnden Voraussetzungen, angeblichen Gebühren oder neuen Hürden konfrontiert.
Wiederkehrende Warnsignale bei vergleichbaren Konstellationen
Viele Fälle folgen einem ähnlichen Muster. Es wird mit Dezentralität argumentiert, um regulatorische Fragen zu relativieren. Es werden pauschale Renditeaussichten in Aussicht gestellt, ohne dass die wirtschaftliche Tragfähigkeit transparent wird. Es werden Produkte wie Krypto Debit Cards beworben, ohne dass für Nutzer nachvollziehbar ist, wer Betreiber, Emittent oder verantwortliche Einheit ist. Wenn zusätzlich eine Zulassung für Kryptowerte Dienstleistungen nicht erkennbar ist, steigt das Risiko erheblich.
Handlungsempfehlung bei Kontakt oder Zahlungen an fivepillarstoken.com
Wer bereits mit Five Pillars DeFi in Berührung gekommen ist, sollte zunächst strukturiert vorgehen. Entscheidend ist, weitere Transfers und Einzahlungen kritisch zu hinterfragen und sämtliche Nachweise zu sichern, insbesondere Transaktionsdaten, Wallet Adressen, Kommunikationsverläufe sowie Screenshots der Plattformansichten. Je früher eine sachliche Einordnung erfolgt, desto besser lassen sich Optionen bewerten, etwa gegenüber Zahlungsdienstleistern, Plattformstrukturen oder im Rahmen einer strafrechtlichen Anzeige.
Rechtliche Unterstützung durch RU Law
Wenn Sie im Zusammenhang mit fivepillarstoken.com bereits Geld oder Kryptowerte transferiert haben oder Auszahlungsprobleme bestehen, kann eine frühzeitige rechtliche Prüfung sinnvoll sein. RU Law ist auf Kryptobetrug und Online Investmentbetrug spezialisiert und unterstützt Betroffene bei der Einordnung des Sachverhalts sowie der Durchsetzung möglicher Ansprüche.



